Wenn die Abende kühler werden, drehen viele einfach die Thermostate auf und hoffen, dass alles läuft. Meist tut es das auch. Aber wer im Oktober eine Stunde in die Vorbereitung steckt, heizt im Winter günstiger und vermeidet den klassischen Anruf beim Notdienst am ersten Frosttag. Diese Checkliste führt einmal durchs Haus, vom Heizungskeller bis zum Dachboden.
1. Die Heizung warten lassen, bevor sie gebraucht wird
Der wichtigste Termin des Jahres ist die Heizungswartung. Idealerweise findet sie im Spätsommer oder frühen Herbst statt, denn ab November sind Heizungsbauer oft ausgebucht. Bei der Wartung werden Brenner, Düsen und Filter gereinigt, Abgaswerte gemessen und Verschleißteile getauscht.
Eine gut eingestellte Anlage verbraucht spürbar weniger als eine, die jahrelang nicht angefasst wurde. Und kleine Defekte fallen auf, bevor sie im Januar zum Totalausfall werden.
2. Heizkörper entlüften
Gluckert es im Heizkörper oder wird er oben nicht richtig warm, ist Luft im System. Mit einem Entlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt ist das in wenigen Minuten erledigt:
- Heizung aufdrehen und warten, bis die Heizkörper warm sind
- Pumpe kurz ausschalten, damit sich die Luft oben sammelt
- Ventil mit einem Tuch darunter öffnen, bis Wasser statt Luft austritt
- Ventil schließen und den Wasserdruck an der Heizung prüfen
Fällt der Druck unter den Sollwert, muss Wasser nachgefüllt werden. Wer unsicher ist, lässt sich das bei der Wartung zeigen.
3. Vorräte prüfen und klug nachkaufen
Wer mit Öl, Pellets oder Flüssiggas heizt, sollte den Füllstand vor der Heizsaison kennen. Ein fast leerer Tank im Dezember bedeutet oft, zum ungünstigsten Zeitpunkt kaufen zu müssen, denn die Nachfrage ist dann am höchsten.
Beim Heizöl lohnt es sich, beim Tanken auf das Timing zu achten. Preise schwanken mit dem Weltmarkt, dem Wechselkurs und der Saison. Unabhängige Vergleichsportale wie heizoel.org helfen, die Preisentwicklung im Blick zu behalten. Wer rechtzeitig beobachtet und nicht erst bei leerem Tank bestellt, hat die Wahl.
Ein Blick nach vorn: Der CO2-Preis auf Heiz- und Kraftstoffe bleibt bis einschließlich 2027 national geregelt. Der EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr startet erst 2028. Wie sich die Preise dann entwickeln, ist offen. Für die Planung heißt das: nicht mit dauerhaft sinkenden Kosten rechnen.
4. Fenster und Türen abdichten
Zugluft ist einer der größten und zugleich am einfachsten zu behebenden Wärmeverluste. So finden Sie undichte Stellen:
- An windigen Tagen eine Kerze oder ein Räucherstäbchen entlang der Fensterrahmen führen
- Ein Blatt Papier ins geschlossene Fenster klemmen: Lässt es sich leicht herausziehen, schließt der Rahmen nicht dicht
Abhilfe schaffen selbstklebende Dichtungsbänder, das Nachstellen der Fensterbeschläge oder bei Türen eine Bürstendichtung am Boden. Wer tiefer einsteigen will, findet in einem Überblick zur Energieeffizienz von Wohnimmobilien die größeren Hebel wie Dämmung und Fenstertausch.
5. Heizkörper freiräumen
Ein Sofa direkt vor dem Heizkörper, schwere Vorhänge oder eine Verkleidung: Alles, was die warme Luft staut, kostet Energie. Lassen Sie mindestens einige Zentimeter Abstand und halten Sie die Thermostatköpfe frei, damit sie die Raumtemperatur richtig messen.
6. Außenbereich winterfest machen
Frost richtet außen oft mehr Schaden an als innen:
- Außenwasserhähne absperren und entleeren
- Dachrinnen und Fallrohre von Laub befreien, damit Wasser nicht gefriert und staut
- Gartenschläuche und Pumpen trocken lagern
- Kellerfenster und Lichtschächte prüfen
Extreme Wetterlagen werden häufiger, von Starkregen im Herbst bis zu langen Frostperioden. Wie Architektur und Hausbesitzer darauf reagieren können, zeigt ein Beitrag zum Wohnen im Klimawandel.
7. Smarte Thermostate und Zeitprogramme
Wer tagsüber außer Haus ist, muss nicht auf 21 Grad heizen. Programmierbare oder smarte Thermostate senken die Temperatur automatisch ab und heizen rechtzeitig vor der Rückkehr wieder hoch. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart nach gängiger Faustregel rund sechs Prozent Heizenergie.
8. Größere Vorhaben planen
Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um ehrlich Bilanz zu ziehen: Ist die Heizung über 20 Jahre alt? Waren die Kosten im letzten Winter deutlich höher als erwartet? Dann lohnt es, für das kommende Jahr eine Modernisierung zu planen.
Wer ohnehin bald eine Anschlussfinanzierung für das Haus braucht (Hintergründe dazu gibt es zum Beispiel im DIFA-Forum), kann prüfen, ob sich eine energetische Modernisierung in die neue Finanzierung einbinden lässt. So werden zwei Entscheidungen zusammen getroffen, statt sie getrennt zu finanzieren.
Fazit
Eine gute Heizsaison beginnt im Herbst. Wartung, entlüftete Heizkörper, dichte Fenster und ein rechtzeitig gefüllter Tank sind keine großen Projekte, zahlen sich aber den ganzen Winter über aus. Und wer dabei merkt, dass die Technik in die Jahre gekommen ist, hat genug Zeit, die nächste Modernisierung in Ruhe zu planen.